Allgemein Digitale Services Selbstfahrende Fahrzeuge

Engere Zusammenarbeit von Postauto und SBB bei digitalen Angeboten

Grosse Player spannen zusammen.

Postauto und SBB wollen ihren Fahrgästen mit einer neuen Mobilitäts-App das Reisen noch einfacher und bequemer machen. Die App ist das erste von neuen digitalen Angeboten, welche die Unternehmen künftig gemeinsam entwickeln wollen.

(sda/smartmobility) Bei der Digitalisierung wollen die beiden grossen Transportunternehmen Postauto und SBB noch enger zusammenarbeiten. Postauto-Leiter Christian Plüss und SBB-CEO Andreas Meyer unterzeichneten dazu am Donnerstag an der „Smartsuisse“ in Basel erste Verträge.

Kräfte bei digitalen Fahrplan- und Ticketanwendungen bündeln
Postauto auf der Strasse und SBB auf der Schiene sind die einzigen Transportunternehmen, die landesweit tätig sind. Die Digitalisierung ist für beide Unternehmen ein wichtiges Thema, in das schon viel Geld investiert wurde. „Wir können es uns jedoch nicht leisten, an jeder Ecke des Landes unterschiedliche Technologien anzuwenden und Versuche durchzuführen“, sagte der SBB-Chef vor den Medien.

Deshalb wollen die beiden Unternehmen unter anderem bei den digitalen Fahrplan- und Ticketanwendungen ihr Knowhow teilen und die Kräfte bündeln. Von den dadurch entstehenden Synergien versprechen sich die Verantwortlichen Einsparungen in Millionenhöhe.

Sparen ist jedoch nicht das primäre Ziel. Vielmehr gehe es darum, mit weniger Geld mehr zu machen und dies erst noch besser und schneller, sagte der SBB-Chef gegenüber Keystone-SDA. Meyer hofft zudem, dass der Schulterschluss Signalwirkung für die ganze Branche hat.

Neue Mobilitäts-App bis Ende 2019
Erstes Projekt der Kooperation ist eine neue Mobilitätsplattform der beiden Unternehmen. Auf der App sollen die Reisenden ein umfassendes Angebot vorfinden, so etwa Informationen über die Auslastung von Verbindungen oder allfällige Störungen.

Zusätzlich sollen auch Car-, Bike- und Ridesharing-Angebote direkt in der App gebucht werden können. Als weitere Dienstleistungen sollen später neben automatischem Ticketing auch kurzfristige und sitzplatzgenaue Reservationen in den Zügen hinzukommen.

 

rpt

Kein Uber sondern Mobility und weitere Services 
Als Partner für die neue App stehen nach Angaben Meyers unter anderem Mobility, Publibike oder Taxiunternehmen zur Diskussion, nicht jedoch Uber. Der Fahrdienstleister erfülle nach wie vor gewisse Anforderungen in sozialer Hinsicht sowie bezüglich der Vertrauenswürdigkeit im Umgang mit Daten nicht, sagte Meyer.

Durchaus offen zeigten sich die Chefs der Transportunternehmen dagegen für die Integration weiterer ÖV-Unternehmen in die neue App. SBB und Postauto beanspruchten keineswegs Exklusivität. Ihre gemeinsame Mobilitätsapp wollen Postauto und SBB bereits Ende Jahr als Testversion in Betrieb nehmen. Im Hinblick darauf wurde am Donnerstag ein Pilotprojekt gestartet: Postauto verlinkt den Online-Fahrplan und den Ticket-Shop der SBB auf der eigenen Website. Die SBB ihrerseits testet, wie sie in ihren Online-Kanälen den Bahnkunden Angebote von Postauto prominenter anzeigen könnte.

Selbstfahrende Fahrzeuge gemeinsam weiterentwickeln
Zusammenspannen wollen SBB und Postauto auch im Bereich des automatisierten Fahrens und der selbstfahrenden Fahrzeuge. Es sei sinnvoll, diese Technologie gemeinsam weiterzuentwickeln. Ihre laufenden Versuche mit selbstfahrenden Bussen in Zug (SBB) und Sitten (Postauto) führen die beiden Unternehmen aber voraussichtlich getrennt weiter.

1 Kommentar zu “Engere Zusammenarbeit von Postauto und SBB bei digitalen Angeboten

  1. eigentlich müssten doch die Kunden die Vertrauenswürdigkeit von UBER selbst beurteilen, warum bevormundet Andreas Meyer die Kunden und warum wird UBER diskriminiert (wo ist der „freie“ Zugang?

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