Angesichts der angespannten Finanzlage setzen die Schweizerischen Bundesbahnen SBB auf ein Finanzierungsmodell, das im europäischen Bahnsektor längst üblich ist. Bereits einzelne Züge der ersten Generation der Zürcher S-Bahn wurde damals geleast, nun soll dieses Modell auch bei neuen Hochgeschwindigkeitszügen zum Einsatz kommen.
Leasing statt Investition
Die SBB prüfen den Abschluss von Leasingverträgen für bis zu 40 Hochgeschwindigkeitszüge. Eine Sprecherin der SBB bestätigte gegenüber dem Schweizer Radio und Fernsehen, dass der Kauf zwar noch nicht ganz ausgeschlossen sei, der Fokus aber klar auf Leasing liege. Vorgesehen ist ein Modell mit mehreren Verträgen: Einerseits mit dem Hersteller, um technische Ausgestaltung und Design zu definieren, andererseits mit einem Leasinggeber, von dem die Züge letztlich gemietet würden.
Schon im März hatte das Bahnunternehmen erklärt, dass ein sogenanntes Operating-Lease-Modell über 15 Jahre als Option geprüft werde. Damit zahlen die SBB für die Nutzung der Fahrzeuge, ohne diese direkt in die eigenen Bücher zu übernehmen.
Einsatz auf internationalen Strecken
Die neuen Züge sollen ab den 2030er-Jahren im internationalen Fernverkehr eingesetzt werden. Vorgesehen sind Verbindungen nach Italien und Frankreich. Auch Destinationen wie Barcelona oder London sind denkbar. Damit würden die SBB ihr Angebot im grenzüberschreitenden Verkehr weiter ausbauen. Ein Bereich, den Konzernchef Vincent Ducrot anlässlich der Präsentation der Halbjahreszahlen in Bern ebenfalls thematisieren will.
Leasing im Bahnsektor kein Novum
Für die SBB ist Leasing kein Neuland: Bereits die erste Serie der Zürcher S-Bahn-Züge in den 1990er-Jahren wurde nicht gekauft, sondern geleast. Im europäischen Umfeld gehört Leasing zudem seit Jahren zum Standardgeschäft, insbesondere im Güterverkehr. Lokomotiven werden dort oft von Leasinggesellschaften beschafft und an verschiedene Bahnunternehmen vermietet. Ein flexibles Modell, das sich nun auch im Hochgeschwindigkeitsverkehr etabliert.

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