Die Appenzeller Bahnen haben beim Bundesamt für Verkehr (BAV) das Baugesuch für die Automatisierung der Linie Rheineck–Walzenhausen eingereicht. Ab 2027 soll die nur 1,9 Kilometer lange Zahnradstrecke führerlos betrieben werden, ein europaweit einzigartiges Projekt.
Die Appenzeller Bahnen (AB) treiben ihr Innovationsprojekt mit der Bahnlinie von Rheineck nach Walzenhausen konsequent voran. Mitte August 2025 haben sie das Plangenehmigungsgesuch beim Bundesamt für Verkehr (BAV) eingereicht. Noch im Herbst soll die öffentliche Auflage in den betroffenen Gemeinden erfolgen. Erteilt das BAV die Bewilligung, starten die Bauarbeiten Ende 2026. Während rund eines Jahres wird die Linie stillgelegt und durch Ersatzbusse bedient.
Technik mit internationaler Vorreiterrolle
Mit der Umsetzung entsteht die weltweit erste vollautomatisierte Überlandbahn, die sowohl mit Adhäsion als auch mit Zahnradbetrieb fährt. Der Betrieb beginnt voraussichtlich 2027. Zunächst werden die Züge begleitet, später verkehren sie gänzlich ohne Personal an Bord. Tests zur Fahrsicherheit laufen bereits: Ein Kollisionswarnsystem ist seit über einem Jahr im Einsatz, ebenso wurden die Kommunikationsverbindungen für die Steuerung umfassend geprüft.
Neues Fahrzeug mit Panoramafenster
Parallel zur Infrastruktur entsteht ein neues Fahrzeug. Auffällig ist das grosse Panoramafenster auf der Talseite, das einen weiten Blick über den Bodensee ermöglicht. Auch die beliebten Holzsitze kehren zurück. Der breite Einstieg und die grosszügige Stellfläche machen die Bahn zudem vollständig barrierefrei und entsprechen den Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes.

Bedeutung für die Region
Das heutige Fahrzeug hat das Ende seiner Lebensdauer erreicht. Mit der Automatisierung sichern die Appenzeller Bahnen die Zukunft der traditionsreichen Linie Rheineck Walzenhausen. Gleichzeitig erlaubt das Projekt eine Ausweitung der Betriebszeiten und mehr Effizienz im Betrieb. Dank des breiten Einstiegs und der grosszügigen Stellfläche ist künftig eine Nutzung durch Rollstuhlfahrende ohne Hilfestellung möglich. Die neue Infrastruktur und das neue Triebfahrzeug entsprechen damit den Anforderungen des Schweizer Behindertengleichstellungsgesetzes. Gestartet wurde die Planung 2022, fünf Jahre später soll der automatisierte Fahrbetrieb Realität sein, so die Appenzeller Bahnen.

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